AG Videospiele
Arbeitsgemeinschaft Videospiele der Japanologie Frankfurt (Forschungsprojekt "J-Games", 2022-)
Leitung und Ansprechpartner: Dr. Christian Chappelow (chappelow@em.uni-frankfurt.de)
Das J-Games Projekt ist eine Nachwuchsforschungsinitiative der Japanologie Frankfurt. Im Oktober 2022 unter der Leitung von Dr. Christian Chappelow als studentische Arbeitsgemeinschaft Videospiele konzipiert – und anschließend als Schwerpunkt im Lehrportfolio der Japanologie Frankfurt / Bereich „Literatur und Kultur“ eingeführt – wurde das Projekt im Laufe der Semester zu einer größeren Forschungsinitiative am Fach mit starker studentischer Beteiligung ausgebaut.
Zielsetzung und Ansatz
Das Projekt fragt inhaltlich nach den Möglichkeiten einer japanologisch-kulturwissenschaftlichen Games-Forschung. Die Aufmerksamkeit liegt dabei nicht auf einfachen kulturalistischen Erklärungsmustern des Japanischen im Videospiel, sondern auf einem Verständnis für bzw. dem Dialog über die notwendige Weiterentwicklung japanologischer Perspektiven in der Deutung dieser Medien zwischen Konsum- und Spielcharakter, medienspezifischer Zeitgebundenheit und prinzipiell den Mehrwert einer schwierigen (trans)national gepolten Deutung von Videospielproduktion, -rezeption und -inhalten (s. für eine aktuelle Diskussion Martin Roth 2025, „Unboxing Japanese Video Games“).
Methodisch berufen wir uns auf ein Zusammenspiel aus japanologischen, japanischen und spielwissenschaftlichen bzw. medienwissenschaftlichen Perspektiven. Im Vordergrund steht die komplexe Diskussion von „Kultur“ und „Kontexten“ in digitalen Spielen aus Japan, die globalkulturell Anklang finden bzw. gefunden haben: Als Kulturen der Referenzialität im Videospiel mit (zeit)historischen, erinnerungskulturellen, sozialen, sprachlichen und medialen bzw. mediengeschichtlichen Teilkomponenten, die im Frankfurter Projekt im Vordergrund stehen.
Das Projekt verfolgt fachinterne, fachspezifische und fächerübergreifende Ziele:
- Die Etablierung der Videospielforschung als Forschungsschwerpunkt der Japanologie Frankfurt
- Die Bereitstellung einer Nachwuchs-Diskussionsplattform für die fachspezifische Diskussion von Videospielforschung als japanologische Teildisziplin
- Der akademisch-gesellschaftliche Austausch über die Rolle und Rezeption japanischer Videospiele als wichtiges Kulturmoment in Deutschland und Europa seit ca. 2000
- Die Verortung einer japanbezogenen kulturwissenschaftlichen Videospielforschung als inhaltliche wie methodische Ergänzung für die sich in Deutschland aufstellende Videospielforschung (DGSW, AKGWDS etc.)
Aktivitäten in Forschung und Lehre
Die Kurse, welche regelmäßig auch von Studierenden anderer Fachbereiche der Goethe-Universität besucht werden, bieten den Beteiligten die Möglichkeit für eigenständige Forschungen zum Thema Videospiele sowie die Gestaltung von BA- und MA-Abschlussarbeiten in diesem Bereich. Außerdem werden Exkursionen, Nachwuchspanels sowie Events an der Goethe-Universität und darüber hinaus organisiert. Eine Reihe von Gastvorträgen konnte beginnend im Wintersemester 25/26 eingerichtet werden. Zu den aktuellen Tätigkeiten gehört die Ausarbeitung einer internen Heftveröffentlichung mit Projektskizzen (2026).
Im Rahmen des Projekts wird den Studierenden zudem ein aktives und interaktives akademisches Umfeld geboten, welches bewusst in Richtung der deutschen Jugendkultur und des akademischen Nachwuchses forscht und denkt. Forschungsergebnisse werden auf großen Japanmessen und Kulturveranstaltungen in Rhein-Main und anderen Regionen präsentiert. Für 2026 ist erstmalig ein Panel im kulturellen Rahmenprogramm des weltgrößten Festivals für japanischen Film in Frankfurt geplant (Nippon Connection) sowie die Teilnahme an einer japanologischen Konferenz (September 2026, Japanologie Trier).
In Kooperation mit der Japanologie Wien / Jakob Schelling M.A. sowie dem Kunstprojekt Survival Spheres (https://survivalspheres.bandcamp.com/) wird am 30. Juli 2026 ein Mini-Symposium zum Thema Survival Horror an der Goethe-Universität organisiert. Ein studentisches Panel aus Frankfurt sowie eines aus Wien werden Klassiker dieses Genres multiperspektivisch analysieren – begleitet von Gesang, Soundscapes und Bühnenbild. Näheres zur Veranstaltung wird an dieser Stelle rechtzeitig bekanntgegeben.
Stand Januar 2026 besteht das Projekt aus neun Nachwuchswissenschaftler/innen der Japanologie und anderen Fächern der Goethe-Universität, darüber hinaus sind regelmäßig ca. 30−40 studentische AG- und Seminarteilnehmer/innen beteiligt.
Kernmitglieder sind aktuell (Stand 2026):
- Christian Chappelow (Projektleiter)
- Domenik Löllmann (MA Japan in der Welt, Stud. Projektleiter Japanologie)
- Jana Zipprich (MA Japan in der Welt)
- Alessio D’Andrea (MA Japan in der Welt)
- Jasmin Pour Fathieh (MA Anglophone Literatures)
- Gloria Bräuer (MA Geographien der Globalisierung)
- Mirjam Krug (MA Religionswissenschaft)
- Mike Hommel (BA Japanologie; Tätigkeit im Schulunterricht / Videospiele in der Schuldidaktik)
- Naja Scheunert (BA Japanologie; Hilfskraft im Projekt seit Oktober 2025)
- Dana Schiller (Hilfskraft im Projekt 2022−2023)
Gastvorträge im Rahmen des Projekts:
Prof. Dr. Martin Roth (Ritsumeikan): tbd (Herbst 2026)
Laura Laabs M.A. (Universität Freiburg): "Fetch Quest im Regenwetter: Repetitive Loops und alltägliche Spieltechnik in Death Stranding" (20. Mai 2026)
Link zur Vortragsankünigung: https://www.japanologie.uni-frankfurt.de/185053563/ContentPage_185053563
Jun. Prof. Dr. Melanie Fritsch (HHU): „Zeit zum Spielen? Zum Stand der Spielwissenschaft mit Fokus auf das Teilgebiet der Ludomusikologie“ (26. Januar 2026)
Link zur Vortragsankündigung: https://www.japanologie.uni-frankfurt.de/180479661/ContentPage_180479661
Jakob Schelling M.A. (Japanologie Wien): „Japan durch die Linse digitaler Spiele: Zur japanologischen Videospielanalyse am Beispiel von NieR: Automata (2017)“ (8. Dezember 2025) Link zur Vortragsankündigung: https://www.japanologie.uni-frankfurt.de/180224839/ContentPage_180224839
Lehrveranstaltungen im Rahmen des Projekts:
- Proseminar BA J7.2 „Grundzüge einer japanologischen Videospielanalyse“ (jedes Wintersemester)
- Seminar BA J8.2 „Horror im japanischen Videospiel“ (SoSe 23, SoSe 25)
- Hauptseminar BA J11.2 „Projekttreffen / Abschluss-Kolloquium“ der AG Videospiele (erstmalig WS 25/26)
- Sitzungen zur japanologische Erforschung von Videospielen im Rahmen der Vorlesung BA J4 „Einführung in die japanische Literatur- und Kulturwissenschaft“ (seit SoSe 23)
- AG Treffen (seit WS 22/23; kurze Unterbrechung im Sommer 25 wegen den Konferenzvorbereitungen zum 19. Deutschsprachigen Japanologentag)

