Vortrag Laura Laabs M.A. (Universität Freiburg): „Fetch Quest im Regenwetter: Repetitive Loops und alltägliche Spieltechnik in Death Stranding“

Inhalt:

Es gibt einige Techniken, die sich in Computerspielen laufend wiederholen. Zum Beispiel: Von A nach B stiefeln und dabei Zeug herumtragen. Oder auch Techniken des Anfangens, die immer wieder auf Weltuntergangsszenarien zurückgreifen. Another day in computer game land. Diese Techniken wiederholen sich meistens nicht, weil sie besonders interessant sind oder besonders viel Spaß machen, sondern weil sie andere Dinge plausibilisieren (Action, Kampf, Fortschritt, Grafikspektakel: alles, worüber sich gut in Maximalismen sprechen lässt).

Der Vortrag fragt mit Death Stranding (Kojima Productions 2019), was passiert, wenn Spiel und Medienwissenschaft das große Heldentum links liegen lassen und sich auf genau diese scheinbar unspezifischen Techniken konzentrieren, die Spiele und Spieler*innen organisieren. Die meiste Zeit mühen sich hier ein Postbote mit zentnerweise Gepäck auf dem Rücken und Spieler*innen mit verkrampften Händen daran ab, über Stock und Stein und durch einen schwarzen Regen zu kraxeln. Schaut man genau hin, finden in den Alltagspraktiken kulturelle Spezifika Widerhall, mit denen man in einem Frontier-Setting nicht sofort rechnet, und stellen sich damit erneut zur Disposition: Das Laufen von A nach B, Kartografie, Fetch Quests im Regenwetter.

Laura Laabs ist  wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Medienkulturwissenschaft der Universität Freiburg. Sie studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und Anglistik an der Goethe-Universität Frankfurt (B.A.) und Film- und Medienkultur-Forschung an der LMU München (M.A.). Danach war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Graduiertenkolleg „Konfigurationen des Films“, Goethe-Uni Frankfurt (2020–23), und an der Hochschule für Gestaltung, Offenbach (2024–25). Derzeit beschäftigt sie sich für ihr Dissertationsprojekt mit Körpertechniken und Praktiken beim Computerspielen.

Datum: 20. Mai 2026, 18 Uhr
Raum: SKW, 05.B127

HINWEIS: Die Veranstaltung kann besucht werden von Studierenden aller Semester des Faches Japanologie. Die Teilnahme und das Verfassen eines Protokolls werden im Sinne der Studienordnung für den Erwerb von CP (Modul J9) angerechnet.