Zwei Generationen der Nachkriegsmoderne in Japan: Die Architekten Tange Kenzô (1913-2005) und Andô Tadao (*1941)

Prof. Dr. Ulrich Schneider (Institut für Kunstgeschichte, Goethe-Universität) - Semestereröffnungsvortrag

Die Architekten Tange (1913-2005) und Andô (*1941) bestimmten die sensationelle Entwicklung der japanischen Architektur in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts. War Tange schon während der Militärdiktatur der umworbene Star der Baukunst, so konnte er unmittelbar danach mit seinem Friedenspark in Hiroshima ein neues Japan darstellen, das mit seinen Olympiabauten wieder in die Welt der Baukunst aufgenommen wurde. Mit seinen utopisch wirkenden urbanistischen Plänen wies er weit ins 21. Jahrhundert. Im Gegensatz zu dem hervorragend ausgebildeten Tange pflegt Andô sein Image als idiosynkratischer Autodidakt. Mit kompromissloser Materialethik revolutionierte er den puristischen Betonbau und schuf ikonische Werke der Baukunst zwischen japanischer Tradition und Internationaler Moderne. Beide Architekten führten mehrere Generationen japanische Baukünstler an, die heute die Welt der Architektur immer wieder überraschen.

Prof. Dr. Ulrich Schneider war als Kunsthistoriker über dreißig Jahre leitender Mitarbeiter und Direktor mehrerer deutscher Museen. Lange Jahre lebte er in Italien und Japan. Für seine internationale Zusammenarbeit wurde er mit den Titeln eines Cavaliere Ufficiale dell‘Ordine del Merito della Repubblica Italiana und eines Chevalier de l’Ordre des Arts et des Lettres de la République Française dekoriert. An der Goethe-Universität in Frankfurt am Main lehrt er Kunstgeschichte.

Datum: 30. April 2025, 18:15 Uhr.
Gebäude SKW, Raum 05.B127