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Literatur- und Gesellschaftsdiskurs

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Die zeitgenössische japanische Literatur erfährt in den 1990ern eine signifikante Hinwendung zum Gesellschaftlichen, einen sociological turn und befaßt sich in als krisenhaft verstandenen Zeiten („Postbubble-Ära“, „Post-Aum-Ära“) mit der Dokumentation von Sozialphänomenen bzw. mit im öffentlichen Diskurs als problematisch empfundenen sozialen Umständen und Soziotypen, also mit Freetern, NEETs, hikikomori, Verlierern (makeinu) und mit den Working Poor (wâking pua). Die Literatur dokumentiert spätestens seit dem Jahr 2006 Verlustgefühle und Ängste der japanischen Gegenwartsgesellschaft, die sich mit der Globalisierung konfrontiert sieht – insofern sind die literarischen Kommentare zur Lage der Nation in ihrer Form als Freeter-Romane (furîtâ shôsetsu) oder NEETs-Literatur für uns derzeit von großem Interesse, da sie, repräsentiert auch von nicht-literarischen Beiträgern wie der Prekariatsaktivistin Amamiya Karin und dem "Verzweiflungsmann" Shirai Katsumi (Magisterarbeit von M. Koch), die aktuelle Debatte um die Prekarisierung, um Niedergang und Armut in einer sich verändernden japanischen Arbeitsgesellschaft spiegeln. Nicht zuletzt offenbaren die Texte die Gestimmtheit der japanischen Mediengesellschaft.

 

 

geändert am 01. März 2011  E-Mail: Goethe-Universität - Japanologie FB 09japanologie@uni-frankfurt.de

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Druckversion: 01. März 2011, 09:30
http://www.uni-frankfurt.de/fb/fb09/ophil/japanologie/jap_forschung/litdiskurs/index.html