
Forschungsprojekt Konsum und Lifestyle in Japan

Die Japanologie Frankfurt initiiert mit dem Projekt „Konsum und Lifestyle in Japan“ einen weiteren innovativen japanologischen Forschungsschwerpunkt. Das Thema Konsum ist erst seit einigen Jahren in den Kanon japanbezogener Forschungen integriert worden, erweist sich aber zunehmend als wichtige Achse, von der aus sich viele aufschlußreiche Blickwinkel auf die japanische Gegenwartskultur ergeben. Mit dem Dienstantritt von C. Wagner, die im Bereich der Konsumgeschichte schon einschlägige Vorarbeiten geleistet hat, wird die Japanologie Frankfurt das Thema Konsum und im weiteren die Felder Lifestyle, Alltags- und Medienkulturen in Forschung und Lehre künftig aktiv vertreten, wobei L. Gebhardt ihre Forschungen zum religiösen Lifestyle, zum Boom der sogenannten Ratgeberliteratur (als Ausdruck des Wunsches nach „Sinn-Konsum“) und der Suche nach Trost und Heilung (iyashi) sowie zu andersweltlichen Fluchten im gegenwärtigen Japan einbringen wird.
Das Projekt "Konsum und Lifestyle in Japan" begleitet die inzwischen fertiggestellte Dissertation von cand. Dr. Cosima Wagner zum Thema „Objektgeschichte und gesellschaftlicher Wandel in Japan nach 1945“. Der methodische Ansatz der „Objektgeschichte“ wurde von Wolfgang Ruppert, Professor für Kultur- und Designgeschichte an der Universität der Künste in Berlin entwickelt. Er beinhaltet die Untersuchung und Analyse von Produkten der industriellen Massenkultur unter der Prämisse, daß diese in „lebensweltliche Kontextbezüge“ eingebunden sind und kulturelle sowie epochale „Codes“ in sich tragen, die es wissenschaftlich zu „dechiffrieren“ gelte (Ruppert 1997). Übertragen auf das Beispiel Japan hieße das demnach, anhand von ausgewählten Gegenständen der gegenwärtigen Konsumkultur folgende Forschungsfragen herauszuarbeiten: Wie verlief der jeweilige Produktionsprozeß? Wer „eignete“ sich dieses Produkt wann und mit welchem zeithistorischen Hintergrund an, bzw. integrierte es in seinen „Lifestyle“? Welche besonderen „Deutungs- und Umgangsmuster mit dem Objekt“ sind zu verzeichnen? Was sagt dies über den gesellschaftlichen Wandel in Japan nach 1945 aus? Zeitlicher Rahmen: November 2003 bis September 2006.
Veranstaltungen im Rahmen des Forschungsrojektes "Konsum und Lifestyle"
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Workshop "Werbung in Japan" (26. - 28. Juli 2004)
Vom 26.7. bis 28.7.2004 fand unter der Leitung von Dr. Natascha Haehling v. Lanzenauer und Cosima Wagner, M.A. der Workshop Werbung in Japan - ein Spiegel der Gesellschaft!?" statt. Der Workshop bestand aus drei Vortragseinheiten (Überblick über die japan. Werbewirtschaft, Abriss der Werbegeschichte nach 1945, Einblick in Stilmittel der Werbung) und zwei Gruppenarbeitseinheiten (Übersetzung und Interpretation eines japanischsprachigen Jahresüberlicks zur Werbegeschichte, Analyse einer japanischen Werbung). Den Workshop begleitend wurde ein E-Learning Angebot auf der universitätseigenen Lernplattform WebCT eingerichtet, wo die Studierenden auf wichtige Kursmaterialien sowie Internetlinks zum Thema Werbung in Japan und eine kursinterne Mailfunktion zugreifen konnten.
Nicht zuletzt Dank des engagierten und professionellen Einsatzes von Dr. Haehling von Lanzenauer wurde an allen drei Workshop-Tagen lebhaft diskutiert und mitgearbeitet.
Abgerundet wurde der Workshop durch eine jeweils 15-minütige Powerpoint-Präsentation mit Vortrag der Studierenden, in dem sie ein japanisches Werbebeispiel nach technischen und soziologischen Gesichtspunkten analysierten.
- Kolloquium (27. - 28. Mai 2004) „Konsum in Japan. Lifestyle, Produkte, Verbraucherprofile“
(Link zum Programm)
Werbung in Japan (Ausarbeitungen unserer Studierenden):
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Schmidl, Andreas: Die japanische Werbekultur. Trends - Funktionsweisen - Charakteristika. |
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Beutel, Bianca. MUJI - Markenlose Qualitätsprodukte.
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geändert am 26. Februar 2010 E-Mail: Goethe-Universität - Japanologie FB 09japanologie@uni-frankfurt.de
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