
Japanische Gegenwartsliteratur (gendai bungaku)

Die japanische Gegenwartsliteratur, in erster Linie die Nachkriegsliteratur und die Literatur der 1970er und 1980er ist ein zentrales Forschungsfeld der Japanologie Frankfurt. Im Bereich der Gegenwartsliteratur gilt es einen Kanon zu bestimmen bzw. den gängigen Kanon repräsentativer Autoren zu sichten und zu überprüfen. Behandelt werden die Altmeister (Kawabata Yasunari, Tanizaki Jun’ichirô) und die Klassiker der japanischen Gegenwartsliteratur wie Mishima Yukio, Abe Kôbô und Ôe Kenzaburô. Ebenso geht es darum, wichtige thematische und ästhetische Strömungen der Gegenwartsliteratur zu erfassen, etwa die sogenannte Frauenliteratur (joryû bungaku) mit Enchi Fumiko, Kôno Taeko, Ôba Minako und Tsushima Yûko, die Literatur der 1968er Bewegung und die der „Generation der Innerlichkeit“ (naikô no sedai). Gefragt wird sowohl nach ästhetischen literarischen Formen über den japanischen Ich-Roman (shishôsetsu) bis hin zur Literaturparodie wie auch nach der Rolle der Schriftsteller als Intellektuelle, nach Argumentationen hinsichtlich einer japanischen Identität und der Überwindung der Moderne, nach Kriegserfahrungen, Ideologien, Nationalismen und Selbstorientalisierung sowie nach der Kritik der japanischen Konsum- und Leistungsgesellschaft.
geändert am 26. Februar 2010 E-Mail: Goethe-Universität - Japanologie FB 09japanologie@uni-frankfurt.de
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